Küchenhexe

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Küchenhexe


Eine Küchenhexe (in Österreich und der slowenischen Untersteiermark Sparherd genannt) ist ein mit Brennholz befeuerter Herd. Küchenhexen wurden bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts zum Kochen und Beheizen von Häusern und Wohnungen benutzt. Mit der zunehmenden Modernisierung sind sie weitgehend gas- oder ölbetriebenen Heizungsanlagen und Herden gewichen.

Heutzutage findet man Küchenhexen vornehmlich in alten Bauernhäusern, in Abbruchhäusern im Osten Deutschlands und in den Bauwagen auf alternativen Wagenplätzen. Auch als reines Dekorationsstück sind sie bei Antiquitätensammlern beliebt.

Ausstattung
Typische Modelle der Küchenhexe, wie sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und bis in die 1950er-Jahre gefertigt wurden, besitzen in der gusseisernen oberen Abdeckplatte mehrere runde Öffnungen zur Brennkammer. Diese sind mit ineinander gesetzten, kreisrunden und flachen Abdeckungen aus Gusseisen, den Herdringen verschlossen.

Die Herdringe können einzeln von innen nach außen herausgenommen werden, so dass eine Öffnung in der Größe des Bodens des Kochgeschirrs entsteht. Aufgesetzte Kochtöpfe, Kasserollen und Pfannen werden so direkt vom darunter brennenden Herdfeuer berührt, wodurch Energie gespart aber auch der Boden des Kochgeschirrs durch Ruß verschmutzt wird.

Neben der Kocheinrichtung verfügt eine typische Küchenhexe über einen integrierten Backofen. Auf der Herdplatte kann zudem ein Wasserschiff aufgestellt werden – ein rechteckiger Tank mit einem Wasserhahn an einer Schmalseite, in dem warmes Wasser vorgehalten wird. Typisch ist ferner die umlaufende Stange, auf der Handtücher getrocknet werden können. Häufig gibt es unter der Küchenhexe auch eine Schublade in der Brennmaterial oder sonstiges Zubehör (Backbleche, Schürhaken, Feuerzeug und ähnliches) aufbewahrt werden können.

Manche Küchenhexen besitzen auch eine halbhohe Rückwand, die mit Fliesen verkleidet ist und die die Wand der Küche vor Fettspritzern schützt. Oft waren Küchenhexen reich verziert. Bemalte Fliesen oder Emaille und vernickelte Metallteile machten den Herd zu einem Blickpunkt in der Küche und zum besonderen Stolz der Hausfrau. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch besonders einfache, kleine Modelle hergestellt, die dem damaligen Materialmangel und den beschränkten Wohnverhältnissen Rechnung trugen.


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